Eine Pressemitteilung wird an Redaktionen verschiedener Medien weitergeleitet oder über einen Presseverteiler im Internet verbreitet. Dabei stellt sich die Frage, ob dies etwas mit Suchmaschinenoptimierung zu tun hat. Tatsächlich enthält ein idealer Pressetext oft einen Link zur eigenen Webseite, und jede Veröffentlichung kann als neuer Backlink betrachtet werden. Da Suchmaschinen diese Links berücksichtigen, könnte man annehmen, dass sie wertvoll sind.
Allerdings könnte man auch einfach den Pressetext über den Verteiler kopieren, ohne ihn für jede Veröffentlichung neu zu formulieren. In diesem Fall handelt es sich nicht um "Unique Content". Wenn Sie jedoch zwei Wochen nach der Veröffentlichung einen Textausschnitt in Google suchen, werden Sie feststellen, dass die meisten Veröffentlichungen nicht aufgelistet werden, obwohl der Text tatsächlich in den Presseportalen veröffentlicht wurde. Für den Suchenden in der Suchmaschine wäre es nicht interessant, den gleichen Text mehrfach zu finden. Es würde keinen Mehrwert bieten, wenn der Text immer wieder auf verschiedenen Webseiten auftaucht. Google versucht, den Nutzern einen echten Mehrwert zu bieten.
Die meisten Links, die von Presseportalen stammen, werden mit dem Attribut "Nofollow" versehen. Ursprünglich sollten diese Links von Suchmaschinen ignoriert werden, was eine gewisse Schutzfunktion für die Portale darstellte, um keine Sichtbarkeit aufgrund vermeintlich "schlechter Links" zu verlieren. Es wird vermutet, dass Suchmaschinen heutzutage möglicherweise nicht mehr so streng auf das "Nofollow"-Attribut achten. Gerüchten zufolge kann ein "Nofollow"-Link aus einem Wikipedia-Artikel durchaus interessant für die Suchmaschine sein, insbesondere wenn er auch interessierte Besucher zur Zielseite führt.
Schauen wir uns die ursprüngliche Zielsetzung von Pressemitteilungen an: Der Pressetext soll Redakteure auf die Meldung aufmerksam machen. Idealerweise kopieren diese Redakteure den Pressetext nicht einfach nur weiter, sondern erstellen daraus ihre eigenen redaktionellen Inhalte. Möglicherweise nimmt die Redaktion Kontakt mit dem Urheber auf oder zeigt Interesse an einem Interview. Die Verbreitung einer Pressemitteilung über Presseportale ist einfach und kostengünstig. Auf diese Weise kann es gelingen, ein gewisses mediales Grundrauschen zu erzeugen. Es besteht eine gute Chance, dass Ihr Markenname oder Produktname dank der Pressemitteilungen hier und da in den Suchergebnissen der Suchmaschinen auftaucht. Und je mehr verschiedene Texte Sie veröffentlichen, desto einfacher wird es für die Suchmaschine, Sie sichtbar zu machen. Es schadet jedoch auch nicht, relevante Redaktionen direkt anzusprechen. Wer persönliche Kontakte knüpfen kann und nicht nur die E-Mail-Adresse aus dem Impressum kennt, hat einen Vorteil.